Zuchtbericht Bachling

Art

Anablepsoides hartii (Hartii Bachling) Synonyme: Rivulus hartii

Zuchtgrund

Interessanter großer Killifische

Zuchttiere

1 Paare Anablepsoides hartii "Isla-Margarita" von der Insel Margarita, Venezuela 
Diese Art wurde ursprünglich als Haplochilus hartii beschrieben, später Rivulus (große Rivulus) zugeordnet und seit 2011 von Wilson J. E. M. Costa in die neue Gattung Anablepsoides gestellt. Anablepsoides hartii hat etwa eine Gesamtlänge von 11 cm. Einer der Größten in der Gruppe sind Anablepsoides igneus mit 15 cm, die Kleinsten der Gattung mit 3,5 cm ist Anablepsoides ornatus.

Zuchtaufbau

Aquarien 
Zuchtansatzbecken mit Abdeckscheibe: 40x50x30cm (60 Liter) 
Aufzuchtbecken mit Abdeckscheibe 40x50x30cm (60 Liter) 
Plastikbehälter verschiedener Größen 

Filterung: 
Luftfilter angeschlossen an die Luftanlage, Luftpumpen von Hi Blow. 
Luftfilter: Dreiecksfilter, kleine Schwammfilter und Eigenbau, bestehenden aus Plastikschüssel, Flaschentrichter, Filterwatte und Kies. 

Einrichtung: 
Zuchtansatzbecken 60 Liter: Wollmop und Sera biofibres (Filtermaterial) 
Aufzuchtbecken 60 Liter: Steine, Sera biofibres (Filtermaterial) und in einigen Aquarien Pflanzen 
Die Reinigung der Becken übernimmt ein Anzistrus (Antennenwels). Als Belohnung bekommt er alle 1-2 Wochen eine Scheibe Gurke an einer Wäscheklammer befestigt. 

Wasserwerte

Wassertemperatur 24°C : 
Wird über die Raumtemperatur geregelt. 

Leitwert: 200 - 300 µs>
pH-Wert etwa 6,5 bis 7° 

Wasser bestehend aus Osmose und Stadtwasser wird einige Tage in Vorratsbecken gelagert. 

Wasserwechsel: 
Etwa einmal in der Woche etwa ein Drittel des Beckeninhaltes.

Futter

 

Erstfutter: Essigälchen, Artemia-Nauplien 

Futter: Lebendfutter (rote und weiße Mückenlarven, Drosophila. Grindal, Springschwänze und Tubifex) und Frostfutter 

Gefüttert wird im Zuchtansatz nur Lebendfutter. 
Einmal täglich rote oder weiße Mückenlarven, aber auch Ersatzfutter Drosophila.

Auf der KFN - Leistungsschau in den Niederlanden entdeckte ich erstmals diese schönen großen Bachlinge Anablepsoides igneus und Anablepsoides hartii, die beide einen Preis bekamen. Da ich den Züchter dieser Tiere kannte, bat ich ihn mir beim nächsten DKG Regionalgruppen - Treff ein Paar vom Anablepsoides hartii mitzubringen. Zusätzlich zu den Anablepsoides hartii, gab er mir auf dem DKG -Treff noch ein Männchen vom Anablepsoides igneus zum Fotografieren mit. 

Nachdem ich die Tiere im Fotobecken untersuchte, wollte ich mit der Zucht beginnen. Zuvor erzählte mir ein Züchter, der diese Fische vor Jahren hielt, dass er diese zur Zucht eine Woche in ein Becken mit 30x20x20 auf Fasertorf setzte. Mir erschien das Becken für diese großen Tiere je doch zu klein und ich wollte die Fische auch nicht immer umsetzen. 

Ich entschied mich für ein 60 Liter Aquarium. 
Wasserwerte: Leitwert 250 µs, pH 6,9, Temperatur 24°C. 
In das Becken stellte ich eine große Plastikschale 30x20x10 mit Fasertorf, etwa 2-3 cm Schichthöhe. Die Einrichtung der Becken bestand aus einigen Steinen und Sera biofibres (Filtermaterial) statt Pflanzen. 

Nach etwa 14 Tagen entnahm ich die Plastikschale, goss das Wasser vorsichtig ab und füllte es mit abgestandenem Wasser (Leitwert 250 µs), zusätzlich spritzte ich noch etwas Essigälchen hinein. 

Die Inkubationszeit dieser Anablepsoides hartii liegt bei etwa 14 Tagen. Eigentlich hätte man in den nächsten Tagen die ersten Larven im Torf entdecken müssen. Aber sogar nach 14 Tagen war nichts im Torf zu entdecken. Ich konnte mir das zunächst nicht erklären. Die Tiere wurden täglich mit Lebendfutter, weißen und roten Mückenlarven gefüttert, die auch gut angenommen wurde. Wahrscheinlich haben diese Anablepsoides hartii ihren Laich in den Sera biofibres abgelegt, was ich nicht bemerkte. 

Zucht: 

Zuchtansatz 1 

Tag 1 
Ich entschied mich jetzt für den Einsatz eines Wollmops. Einen legte ich auf den Boden und der zweite wurde hängend an einem Korken befestigt. 

Tag 2 - 7 
Nach einem Tag konnte ich 14 Eier aus beiden Wollmops ablesen. Die weiteren 5 Tagen brachten täglich etwa 8-15 Eier. 
Beim Ablesen der klebrigen Eier von einem Wollmop hat man anschließend Probleme, diese vom Finger zu entfernen. Man kann sie in ein mit Aquarienwasser gefülltes Wasserglas abschütteln. Man könnte sie auch im Wasserglas oder einem Behälter lagern. Da aber die Eier im Wasser oft dicht aneinander liegen, besteht die Gefahr, dass bei einer Verpilzung eines Eies der Pilz auch andere Eier befällt. Um der Zerstörung aller Eier entgegen zu wirken, empfiehlt es sich, sie auf nassem Fasertorf verteilt abzulegen. Verpilzte Eier können so auch besser entfernt werden. 

Es ist ratsam, die Eier täglich im Aquarium vom Wollmop abzusuchen, da diese auch von den Bachlingen gefressen werden. 

Tag 15 
Nachdem die Eier etwa 14 Tage auf dem nassen Torf lagerten, kippte ich den Ansatz in einen Plastikbehälter. Dieser wurde nun mit abgestandenem Wasser übergossen. In den Ansatz gebe ich als Erstfutter für die Larven etwa eine Spritze 20 ml Essigälchen. 

Tag 16 
Am nächsten Morgen kann man die ersten Larven in den Ecken des Behälters entdecken. Sie werden nun sofort mit frisch geschlüpften Artemia gefüttert. Diese Zuchtmethode und Ausbeute ist etwas Glücksache. Frühschlüpfende Larven fressen die später schlüpfenden Larven. 

Im nächstem Versuch wollte ich die Eier "Trockenlegen" 

Zuchtansatz 2 

Tag 1 - 5 
An folgenden fünf Tagen wurden täglich Eier aus dem Wollmops abgesucht und auf dem nassen Torf gelagert. 

Tag 6 
Am sechsten Tag wurde das Wasser vorsichtig abgegossen und der Ansatz auf Blätter einer Küchenrolle zum Trocknen abgelegt. Um den Vorgang zu beschleunigen, drückte ich mit Blättern der Küchenrolle von oben auf den Torfansatz und saugte so die Feuchtigkeit aus dem Torf. Der Torfansatz kam in eine Plastiktüte, wurde mit einem Gummiband verschlossen, beschriftet (Name, Datum, eventuell einige Notizen) und auf den oberen Aquarien (25°C) gelagert. 

Tag 23 
Nach 17 Tagen Lagerung wurde der Torfansatz in der Plastiktüte in einen Plastikbehälter gekippt. Um den Schlupf der Larven besser zu kontrollieren, setzte ich einige Eier in ein Wasserglas mit Aquariumwasser. Der Torfansatz wurde mit abgestandenem Wasser (250 µs) übergossen. Nach etwa einer 1/2 Std beobachtet ich den Schlupf der ersten Larven im Wasserglass und nach einer weiteren 1/2 Std waren alle Larven geschlüpft. Die Larven wurden sofort mit Essigälchen und Artemia gefüttert. 

Anmerkung: 

Beim Absuchen der Eier aus dem Wollmop waren sie nahezu glasklar, Nach einigen Tagen bernsteinfarben und nach der Trockenlagerung fast schwarz. 

Nach vier Wochen hatten die Jungfische etwa eine Gesamtlänge von 2 cm erreicht. Zusätzlich zu Artemia wurde Grindalwürmer gefüttert, was gut angenommen wurde. 

Bei Untersuchungen der fünf Wochen alten Jungfische im Fotobecken konnte man die Geschlechter schon erkennen. 

Diese Anablepsoides hartii sind sehr produktiv und legen täglich ihre Eier. 
Bei der Zuchtmenge muss man vorher überlegen, ob man die großen Fische auch unterbringen kann. Sie sind zwar keine großen Schwimmer und kommen auch mit kleineren Becken zurecht, aber bei diesen sehr schnell wachsenden Fischen ist ein Becken schnell zu klein. 
Die Lebenserwartungen dieser Fische liegt bei etwa 3 Jahren im Aquarium. 

 

Auch sind diese Fische gute Springer, die schnell mal aus dem Becken hüpfen und anschließend etwa 1/2 m hoch durchs Zimmer springen. 


Trockenfutter wurde von der Wasseroberfläche genommen, aber sofort wieder ausgespuckt. Kein Problem war Frostfutter, dieses wurde sofort gefressen. 


Die Reinigung der Becken übernimmt ein Anzistrus (Antennenwels). Als Belohnung bekommt er alle 1-2 Wochen eine Scheibe Gurke an einer Wäscheklammer befestigt. 
Diese Antennenwelse gehen nicht an die Eier, so dass man sie auch im Zuchtansatz einsetzen kann.